SOT Jahresrückblick

Über Winterspiele, inklusive Medienbildung, Auszeichnungen und vieles mehr...

Besser hätte ein Jahr nicht beginnen können. Nach einem erfolgreichen Warm-Up in Form der Thüringer Skilanglauftage im Januar in Oberhof folgte im März mit den Nationalen Winterspielen in Berchtesgaden für unsere Thüringer Athletinnen und Athleten ein großer Höhepunkt. Rund 80 Teilnehmende aus unserem Bundesland räumten bei den Wettkämpfen kräftig Medaillen und Schleifen ab. Gekrönt wurde eine unvergessliche Zeit in Bayern mit einem gemeinsamen Thüringer Abend der gesamten über 100-köpfigen Delegation, natürlich mit original Thüringer Bratwurst.

Doch danach kam die große Ernüchterung und das Corona-Virus hinterließ deutliche Spuren. Eine Veranstaltung nach der anderen musste aufgrund der vielfältigen Probleme die das Virus mit sich brachte abgesagt werden. Hierbei wurde nochmals deutlich, wie wichtig der Sport für Menschen mit Behinderung ist. Eindrucksvoll wurde diese Problematik in einem Beitrag des MDR Thüringenjournal dargestellt, welches von der Stiftung Rehabilitationszentrum Thüringer Wald aus Schleusingen berichtete.

Doch wir haben nicht den Kopf in den Sand gesteckt. Soweit dies möglich war, konnten einige wenige Präsenzveranstaltungen stattfinden und neue Projekte umgesetzt werden. Nachfolgend wollen wir einige Höhepunkte unseres Jahres 2020 nochmals in Erinnerung rufen.

 

Sportliche Veranstaltungen:

Als nach den erwähnten Thüringer Langlauftagen im Januar und den Nationalen Spielen im März in Berchtesgaden aufgrund des Corona-Lockdowns zunächst alle geplanten Veranstaltungen ausgefallen sind, dauerte es bis in den September hinein, bis weitere Präsenzveranstaltungen stattfinden konnten. Die sportliche Pause wurde mit einem Schnuppertraining im Sportklettern in der Weimarer Kletterhalle beendet. Gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein Sektion Weimar e.V. und dem Stadtsportbund Weimar e.V.  konnten sich knapp 30 Teilnehmende unter Fachkundiger Anleitung dieser neuen Special Olympics Sportart widmen. Im Anschluss daran entstand ein regelmäßiges wöchentliches Angebot, welches nach dem Lockdown wieder aufgenommen wird.

Im Oktober konnte schließlich noch ein Sporttag in den Rennsteig Werkstätten Neuhaus am Rennweg durchgeführt werden, bevor es den Rest des Jahres immerhin mit Online-Angeboten weiterging. Gemeinsam mit dem Special Olympics Landesverband in Nordrhein-Westfalen konnten einige sportliche Online-Angebote auf den Weg gebracht werden, darunter Fitness, Yoga, Judo und Basketball. Auch ein Online-Sportabzeichen im Kinderturnen konnte im Rahmen des Projektes Regionalliga Inklusion abgelegt werden. Digitale Angebote waren für Special Olympics Thüringen bis zu diesem Jahr absolutes Neuland. Wir sind bestrebt diese Angebote weiterhin auszubauen, beispielsweise speziell für Werkstätten und Einrichtungen der Behindertenhilfe, und auch 2021 wieder anzubieten. Die Teilnahme dabei ist grundsätzlich kostenlos und offen für alle Athletinnen und Athleten mit einem Internetanschluss und Laptop bzw. Handy mit Kamera.

 

Projekt BeuGe:

In diesem Jahr konnten zum ersten Mal zwei Schulungen im Projekt „Bewegung und Gesundheit im Alltag stärken - BeuGe“ stattfinden. Im Februar wurden im Bodelschwingh-Hof in Mechterstädt insgesamt 6 Personen zu Bewegungs- und Gesundheitsexperten/Expertinnen ausgebildet, im Oktober waren es 10 Personen des Lebenshilfewerkes Ilmenau/Rudolstadt, welche an einer Schulung teilnahmen. Das Pilotprojekt findet in fünf Special Olympics Landesverbänden statt und hat zum Ziel eine gesunde Lebensweise bei Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung zu fördern. Dazu werden Menschen mit Behinderungen zu den erwähnten Bewegungs- und Gesundheitsexperten/Expertinnen ausgebildet, um eine Multiplikatorenrolle einzunehmen. Inhalte der Schulungen sind neben Bewegungs- und Ernährungsinhalten sowie grundsätzlichen Gesundheitsverhalten auch die Organisation von eigenen Angeboten in der jeweiligen Lebenswelt.

 

Ehrungen:

Special Olympics Thüringen ist stolz über die Auszeichnung unserer Athletin Heike Naujoks zum 2.Platz bei der Wahl zu Thüringens Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2019 in der Kategorie Behindertensportler/innen. Leider konnte die Auszeichnung nicht wie geplant zum Ball des Thüringer Sports im April 2020 stattfinden. Stattdessen wurde im Sommer eine Preisverleihung im kleinen Rahmen an der neuen Rennrodelbahn in Oberhof vorgenommen. Heike Naujoks sicherte sich als Teil der Deutschen Delegation 1x Gold und 2x Silber im Radfahren bei den World Games 2019 in Abu Dhabi.  

Auch ihr langjähriger Trainer Franz Bauer konnte sich 2020 über eine Auszeichnung freuen. Im Oktober wurde er mit der Trainerförderung der Stiftung Thüringer Sporthilfe im Jenaer Planetarium geehrt. Damit wird sein herausragendes, mittlerweile ehrenamtliches, Engagement gewürdigt. Immernoch pendelt der pensionierte Sportlehrer aus dem Bayerischen Hof nach Saalfeld um mit seiner Sportlerin Heike Naujoks zu trainieren. Zudem betreut er weiterhin die Delegation der Diakonie Weimar/Bad Lobenstein, zu der auch die Saalfelder Werkstätten gehören, bei Special Olympics Wettbewerben.

 

Projekte:

Digitalisierung ist sicher eines der Schlagwörter des abgelaufenen Jahres. Zwangsläufig musste sich in der Corona-Pandemie mit alternativen Formaten befasst werden. So war es auch uns wichtig, dass wir größere Präsenz in den Social Media Kanälen zeigen. Zu diesem Zweck wurde gemeinsam mit Studentinnen und Studenten im Fach Sportmanagement der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Rahmen des Seminares Projektmanagement ein Instagram Account eröffnet. Auch ein YouTube-Chanel existiert mittlerweile, der nun regelmäßig mit Inhalten gefüttert werden soll. Mit dem Lehrstuhl für Sport- und Gesundheitsökonomie der FSU Jena besteht auch in weiteren Seminaren eine Kooperation. So etwa bearbeiteten Studierende eine Fallstudie zum Thema Sponsoring eines Special Olympics Wettbewerbes. Auch 2021 wird diese Zusammenarbeit fortgesetzt.

Ein weiteres Projekt im medialen Rahmen umfasst die Erstellung von Kurzfilmen von und mit Special Olympics Athletinnen und Athleten. Dieses medienpädagogische Projekt wird durch die Thüringer Staatskanzlei gefördert. Das Besondere daran: Menschen mit Behinderung sind direkt beim Entstehungsprozess der Filme beteiligt. Ob als Interviewer/in, Kameraassistenten oder beim Schneiden der Filmsequenzen, dieses Projekt ist Inklusion pur. Technisch umgesetzt wird das Projekt durch das Mediennetzwerk Junge Medien Thüringen e.V. der Feuerköpfe aus Erfurt. Man darf gespannt sein, welche Filme in den kommenden Monaten von uns noch veröffentlicht werden.

 

Verbandsentwicklung:

Ein Großteil der Arbeit im abgelaufenen Jahr bezog sich auch auf den Bereich der Verbandsentwicklung. Ein Präventionskonzept zum Thema sexualisierte Gewalt wurde entwickelt und ein Neuentwurf der Satzung zu Papier gebracht. Beides sollte eigentlich zur Mitgliederversammlung im November verabschiedet werden. Doch auch die Mitgliederversammlung musste sich der Corona-Pandemie beugen.

In Sachen Mitgliederentwicklung konnte mit dem DAV Sektion Weimar e.V. ein neuer Verein hinzugewonnen werden. Abmeldungen waren im Jahr 2020 nicht zu verzeichnen. Dieses Vertrauen in unseren Verband in einer für alle schwierigen Phase macht uns stolz und glücklich zugleich.

Auch im Bereich des Sponsorings konnten viele Gespräche geführt und Formen der Zusammenarbeit gefunden werden. Bestehende Sponsoren werden auch weiterhin Special Olympics in Thüringen unterstützen und auch andere Unternehmen widmen sich zunehmend der Thematik des Sports für Menschen mit geistiger Behinderung. Ebenso konnte im vergangenen Jahr wieder von Zuschüssen Seitens des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport sowie des Landessportbundes Thüringen profitiert werden. Auch hier gibt es bei beiden positive Signale für Projektförderungen auch im Jahr 2021.

 

Weiteres:

Im September konnten wir während des 1.Spieltages der Blindenfußball-Bundesliga in Erfurt präsent sein. Mit einem Stand informierten wir Interessierte über unsere Arbeit und erlebten einen großartigen Tag auf dem Domplatz. Dies war gleichzeitig der erste Einsatz unserer neuen Mitarbeiterin Inka Steuber, die seit September als Sportkoordinatorin für Special Olympics Thüringen arbeitet. Diese Neubesetzung der Stelle war notwendig, da Geschäftsstellenleiter Thomas Schmidt eine neue Herausforderung suchte und der bisherige Sportkoordinator, Christoph Köhler, an seine Position rückte.

Erwähnenswert unter den Highlights des Jahres 2020 ist auch der Special Olympics Spendenlauf, der aufgrund der Umstände nicht als große Veranstaltung stattfinden konnte. Unter dem Motto: Gemeinsam.Einzeln.Laufen warben Athletinnen und Athleten, Mitarbeitende, Ehrenamtliche und auch Prominente um Spenden für Special Olympics. Der Thüringer Landesverband generierte während dieser Aktion die zweithöchste Spendensumme aller Landesverbände.

Das Jahr 2023 wirft seine Schatten voraus und wir alle fiebern den World Games in Berlin entgegen. Bereits jetzt widmen wir uns dem dazugehörigen Host Town Program „170 Nationen/170 inklusive Kommunen“. Im Rahmen dieses Programms werden vier bis fünf Kommunen in Thüringen gesucht, die jeweils eine Nation der World Games in einem Zeitraum von vier Tagen vor den Wettkämpfen beherbergen. Damit soll das Thema Inklusion in den Kommunen nochmals in den Fokus gerückt werden und der Geist der World Games auch bei uns in Thüringen entfacht werden. Für die Umsetzung dieses Projektes liefen bereits Gespräche mit Vertretern der Landespolitik und mit den Kollegen der Special Olympics Bundesgeschäftsstelle.

 

Entsprechend optimistisch geht Special Olympics Thüringen in das neue Jahr. Wir arbeiten daran, dass die zahlreichen geplanten Veranstaltungen unter den gültigen Auflagen stattfinden können und freuen uns, die Athletinnen und Athleten wieder persönlich begrüßen zu dürfen. Auch wenn die Erstellung alternativer Wettkampfformate und Hygienekonzepte viel Zeitinvestition erfordern, so fühlen wir uns damit doch auf einem guten Weg. 2021 ist das Jahr der Vorbereitung auf die kommenden Nationalen Spiele 2022 in Berlin. Auf diesem Weg wollen wir unsere Athletinnen und Athleten bestmöglich begleiten. Weiterhin ist es nur noch etwas mehr als ein Jahr bis zu den World Winter Games im Januar 2022 in Kasan (Russland). Hierfür wollen wir eine entsprechend professionelle Vorbereitung für Thüringer Athletinnen und Athleten ermöglichen.

 

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